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Wildunfälle: Jetzt müssen Sie möglicherweise doppelt zahlen

Wildlife collisions: now you may have to pay twice

Péter Zsolt Turcsi |

Der Herbst ist wieder da, was bedeutet, dass es sich lohnt, auf den Straßen besonders aufmerksam zu sein. Nicht nur nasse Fahrbahnen und frühe Dunkelheit können in dieser Jahreszeit zu Unfällen führen. Die Zahl der Wildunfälle steigt im Herbst deutlich an, da Hirsche während der Paarungszeit besonders aktiv sind und sich oft unberechenbar verhalten, was zu zahlreichen Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Tieren führt.

Um Unfälle zu vermeiden, ist es entscheidend, aufmerksam zu bleiben. Darüber hinaus können jedoch auch einige praktische Tipps und Zubehörteile dazu beitragen, dass Sie sicher an Ihr Ziel gelangen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen effektive Methoden und Hilfsmittel zur Vermeidung von Wildunfällen und weisen außerdem auf die in diesem Sommer eingeführten gesetzlichen Änderungen hin, die Sie kennen sollten.

Wildunfälle: Die Gefahr ist nicht nur auf den Herbst beschränkt

Leider kann jeder Fahrer in die Situation geraten, dass plötzlich ein Tier während der Nachtfahrt vor das Fahrzeug springt. In solchen Fällen reichen selbst die schnellsten Reaktionen möglicherweise nicht aus – insbesondere, wenn Sie am Steuer eines 40-Tonnen-Lkw sitzen. Laut offiziellen Statistiken ereignen sich jährlich 15.000–20.000 Wildunfälle in Ungarn, tatsächlich könnte die Zahl der nicht gemeldeten Fälle jedoch ebenso hoch sein. Am häufigsten betroffen sind Hirsche, Hasen, Fasane und Wildschweine.

Diese Zahlen sind bereits besorgniserregend, doch im Vergleich zu anderen Ländern ist die Situation nicht die schlechteste. In Österreich, das ähnlich groß, aber stärker bewaldet ist, sind laut ÖAMTC-Daten jährlich etwa 100.000 Tiere in Verkehrsunfälle verwickelt. Das bedeutet, dass solche Vorfälle alle 5–10 Minuten passieren – und diese Zahl umfasst nicht einmal Kollisionen mit Haustieren.

Ein Zusammenstoß mit einem Hirsch, Wildschwein oder Rotwild ist kein geringfügiges Problem. Selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten kann er Schäden in Höhe von mehreren Tausend Euro verursachen – bei einem Pkw. Und trotz der Größe, des Gewichts und der erhöhten Sitzposition eines Lkw können auch Reparaturen oder der Austausch beschädigter Kunststoffteile und anderer Komponenten schnell hohe Kosten verursachen. Das Ausmaß der Schäden hängt oft von den Umständen des Unfalls ab, sodass selbst ein Hase manchmal erhebliche finanzielle Schäden verursachen kann, während in glücklicheren Fällen ein Zusammenstoß mit einem Hirsch nur zu leichten Kratzern führt.

Die Bewegung von Wildtieren ist im Frühjahr und Herbst intensiver, insbesondere während der Paarungszeit der Hirsche. Deshalb ist es wichtig, bereits vor Fahrtantritt vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Dennoch ist es entscheidend, das ganze Jahr über vorsichtig zu bleiben, da Unfälle jederzeit passieren können.

Ein Wildunfall ist nicht nur ein finanzielles Problem – er kann auch lebensgefährliche Situationen verursachen. In dieser Hinsicht bieten Lkw mehr Schutz als Pkw. Ganz zu schweigen davon, dass Fahrer verpflichtet sein können, die Schäden zu übernehmen – einschließlich des Wertes des Tieres. Daher ist es immer am besten, gut vorbereitet zu sein, bevor man sich ans Steuer setzt, egal ob man einen Pkw oder einen Lkw fährt.

Die Verantwortung liegt nun beim Fahrer: Änderungen der Vorschriften

Seit dem 1. Juli 2023 ist eine Änderung des Gesetzes Nr. LV von 1996 über Wildbewirtschaftung und Jagd in Kraft, veröffentlicht in der Ausgabe Nr. 90 des Ungarischen Amtsblatts 2023 am 22. Juni. Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass Jagdverbände nicht mehr verpflichtet sind, Fahrzeugschäden zu ersetzen, es sei denn, der Fahrer kann nachweisen, dass das Tier von Jägern auf die Straße getrieben wurde. Das Gesetz besagt:

Es gilt nicht als zurechenbares Verhalten oder als Abweichung im Tätigkeitsbereich des Jagdausübungsberechtigten, wenn Wildtiere infolge ihrer natürlichen, mit Nahrungssuche oder Fortpflanzung zusammenhängenden Bewegung auf öffentliche Straßen, Autobahnen oder in bewohnte Gebiete gelangen, sofern dieses Auftreten nicht kausal mit der Jagdtätigkeit zusammenhängt.

Noch wichtiger ist, dass der Jagdverband eine Entschädigung für den Wert des getöteten Tieres verlangen kann. Das bedeutet, dass der Fahrer im Falle eines Wildunfalls sowohl für den Schaden am eigenen Fahrzeug als auch für den geschätzten Wert des Tieres haftbar gemacht werden kann. Daher ist es entscheidend, aufmerksam zu bleiben und alle verfügbaren Mittel zu nutzen, um solche Unfälle zu vermeiden.

Unfälle vermeiden: effektive Sicherheitstipps

Obwohl es keine absolut sichere Methode gibt, das Risiko von Wildunfällen vollständig auszuschließen, können bestimmte Verhaltensweisen und Zubehörteile Ihre Sicherheit beim Fahren erheblich verbessern.

  • Die wohl wichtigste Grundregel ist, in wildreichen Gebieten, auf von Wäldern gesäumten oder wenig befahrenen Straßen vorsichtiger und unterhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung zu fahren – insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Sicht eingeschränkt ist. Achten Sie besonders auf Bereiche am Ende von Zäunen oder Leitplanken, da diese Tiere auf die Straße lenken können. Beobachten Sie den Straßenrand aufmerksam, denn das Aufleuchten von Tieraugen im Scheinwerferlicht ist oft das erste Warnsignal. Die meisten Fahrer konzentrieren sich nur auf die rechte Seite, doch Tiere können aus beiden Richtungen kommen. Nach einem langen Fahrtag kann eine Tasse Kaffee helfen, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Ein nützliches Zubehör sind speziell für Nachtfahrten entwickelte Brillen. Dank polarisierter Gläser können Nachtfahrbrillen die Sicht auf dunklen Waldstraßen verbessern und Ihnen helfen, rechtzeitig zu reagieren.
  • Es ist auch wichtig zu wissen, dass sich bestimmte Arten wie Hirsche und Wildschweine oft in Gruppen bewegen. Wenn eines die Straße überquert, folgen wahrscheinlich weitere. Selbst wenn Sie dem ersten ausweichen, gelingt es Ihnen ohne schnelle Reaktion möglicherweise nicht, dem zweiten oder dritten auszuweichen.
  • Moderne Displays und Beleuchtung im Fahrzeug können leicht vom Verkehrsgeschehen ablenken. Zwar können fortschrittliche Radar- und Kamerasysteme Tiere manchmal früher erkennen als Menschen, sie sind jedoch noch nicht weit verbreitet. Lassen Sie nicht zu, dass Komfortfunktionen Ihre Aufmerksamkeit verringern. Lkw-Fahrer sollten größere Sicherheitsabstände einhalten, insbesondere im Kolonnenverkehr, da selbst ein Sekundenbruchteil den Unterschied zwischen sicherem Anhalten und einem Auffahrunfall ausmachen kann.
  • Verwenden Sie Fernlicht, wo es erlaubt ist, um Gefahren früher zu erkennen. Vermeiden Sie jedoch das Blinken gegenüber Tieren, da plötzliches helles Licht sie erstarren lassen kann. Nutzen Sie stattdessen die Hupe, da unerwartete Geräusche Tiere meist vertreiben. Dieses Prinzip nutzen Wildwarner, die sich leicht montieren lassen und keine Stromquelle benötigen – sie erzeugen Geräusche durch den Luftstrom. Ihre geringen Kosten sind im Vergleich zu möglichen Reparaturkosten vernachlässigbar.
  • Interessanterweise erzeugen neuere Fahrzeuge weniger Lärm, was ihre Wahrnehmbarkeit für Tiere verringern kann. Obwohl Tiere ein besseres Gehör als Menschen haben, waren ältere laute Motoren vermutlich aus größerer Entfernung hörbar als moderne leise Lkw.
  • Sie können auch eine Versicherung abschließen, um Schäden zu begrenzen. In Ungarn decken solche Versicherungen jedoch oft nur bis etwa 1.300 €, während Schäden durch ein großes Tier diesen Betrag deutlich übersteigen können.

Es gibt keine universelle Lösung für jede Situation, doch die Anwendung dieser Tipps kann Ihre Chancen erheblich verbessern. Auch Straßenbehörden tragen zur Sicherheit bei: Blaue Reflektoren an Leitpfosten werden immer häufiger eingesetzt. Sie reflektieren das Scheinwerferlicht so, dass nahegelegene Wildtiere erschreckt werden und idealerweise davon abgehalten werden, die Straße zu überqueren.

Was tun, wenn es bereits zu einem Unfall gekommen ist?

Wenn es zu einer Kollision kommt, sollten Sie als ersten Schritt die Polizei verständigen, da ein Zusammenstoß mit Wild als Verkehrsunfall gilt. Geben Sie eine genaue Schilderung des Vorfalls ab und machen Sie Fotos sowie Videos. Die Behörden informieren den Jagdverband, dessen Vertreter den Fall dokumentieren und den Schaden bewerten. Da ein Schock das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen kann, kann eine hochwertige Dashcam äußerst hilfreich sein – die Vorschriften zu ihrer Nutzung variieren jedoch je nach Land.

Es ist wichtig zu wissen, dass das Tier in der Regel dem Staat gehört und nach seinem Tod dem lokalen Jagdausübungsberechtigten – meist einem Jagdverband. Daher gilt das Mitnehmen des Tieres als Diebstahl im Sinne des Gesetzes.

Wenn Ihr Fahrzeug beschädigt ist, empfiehlt es sich, defekte Teile durch hochwertige Komponenten zu ersetzen. In leichteren Fällen ist möglicherweise nur der Kennzeichenhalter betroffen, während bei schwereren Unfällen der Austausch von Nebelscheinwerfern, Scheinwerfern oder Karosserieteilen erforderlich sein kann. Im Sortiment von Convoy finden Sie viele weitere Produkte, die Sie für Reparaturen benötigen.