Sicherer Transport: Was Sie über die Verwendung von Antirutschmatten wissen müssen

Für einen sicheren Transport ist es entscheidend, dass sich die Ladung auf dem Weg von Punkt A nach Punkt B nicht verschiebt. Unter den verschiedenen Hilfsmitteln erfüllen auch Antirutschmatten genau diesen Zweck.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen, warum ihr Einsatz wichtig ist und wie Sie die passende Lösung für Ihre Ladung auswählen.

Es gibt Situationen, in denen alleinige Verwendung von Zurrgurten nicht ausreicht. In solchen Fällen ist zusätzlich der Einsatz einer Antirutschmatte erforderlich, um die Ladung sicher zu fixieren.
In diesem Artikel zeigen wir, welche Arten von Antirutschlösungen es gibt, welche sich in unterschiedlichen Situationen bewährt haben und wie sie korrekt eingesetzt werden, um Unfälle zu vermeiden und hohe Strafen zu umgehen.
Die Rolle von Antirutschmatten
Es kommt häufig vor, dass die Ladungssicherung mit Zurrgurten allein nicht ausreicht. Wenn die Gurte Bewegungen nicht vollständig verhindern können, können erhebliche Schäden – von mehreren Hunderttausend bis hin zu Millionen – sowohl an der Ladung als auch am Fahrzeug entstehen.
Genau hier kommen Antirutschmatten ins Spiel: Sie werden zwischen Ladefläche und Ladung platziert und erhöhen den Reibungskoeffizienten, wodurch unerwünschte Bewegungen verhindert und das Schadensrisiko reduziert wird.

Antirutschmatten bestehen aus speziellem Gummigranulat, dessen Material und Oberfläche die Haftung zwischen Palette und Ladefläche erheblich verbessern. Diese Methode ist äußerst effektiv, da sie den Reibungskoeffizienten zwischen Palette und Metallboden von 0,2 auf über 0,6 erhöhen kann – was die Ladungssicherung teilweise oder sogar vollständig lösen kann.

Laut EN 12195-1 muss beim Einsatz von Gummimatten für den sicheren Transport ein Reibungskoeffizient von mindestens μ=0,6 berücksichtigt werden. In der Praxis kann dieser Wert sogar noch höher sein.
Der genaue Reibungswert hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel:
- Luftfeuchtigkeit
- Temperatur
- Sauberkeit der Ladefläche
- Oberflächenbeschaffenheit von Ladung und Ladefläche
- Verhältnis zwischen vertikalen Kräften und Kontaktflächen
- Größe und Art der einwirkenden Kräfte usw.
Entscheidend ist: Je höher der Reibungskoeffizient – also je besser die Haftung zwischen Ladung und Boden – desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Ladung bewegt. Für optimale Ergebnisse muss die Antirutschmatte immer auf einer sauberen, staub- und fettfreien Oberfläche platziert werden.
In manchen Fällen kann die Ladung auch ohne Verzurren oder Blockieren stabil bleiben. Dennoch ersetzen Antirutschmatten allein keine anderen Sicherungsmethoden wie Gurte oder Kantenschoner.
Hochwertige Antirutschmatten sind jedoch äußerst nützlich, da sie die erforderliche Vorspannkraft deutlich reduzieren können (sogar um die Hälfte), wodurch weniger Gurte für einen sicheren Transport benötigt werden.

Wie wählt man die richtige Antirutschmatte?
Antirutschmatten können aus verschiedenen Materialien bestehen, wie Polyurethan oder kombiniertem Gummigranulat. Matten aus komplexem Gummigranulat sind besonders langlebig und hoch belastbar. Hochwertige Rollenware ist zudem gegen viele Stoffe beständig, darunter Säuren und Öle.
Das bedeutet, dass die besten Antirutschmatten nicht nur die Ladung schützen, sondern auch als Schutzschicht bei kleineren Leckagen während des Transports dienen.
Neben der Materialqualität ist auch die Dicke ein wichtiger Faktor. Sie bestimmt, wie schwer die gesicherte Ladung sein darf, und sollte umso größer und robuster sein, je unebener die Ladefläche ist.

Ebenso wichtig ist die richtige Größe. Antirutschmatten sind in verschiedenen Abmessungen erhältlich, und die gewählte Variante muss zur Art und Größe der Ladung passen. Ist die Größe oder Platzierung nicht korrekt, drohen bei Kontrollen Bußgelder.
Die Kontrolle ist einfach: Die Matte muss immer sichtbar sein – sie sollte unter den Palettenfüßen oder zwischen den transportierten Gütern erkennbar sein.
Die gängigsten Matten sind 15–30 cm breit, es gibt jedoch auch Varianten mit über 100 cm Breite. Die Dicke liegt zwischen 3 und 8 mm, wobei gilt: Je dicker die Matte, desto höher ihre Tragfähigkeit.
Die richtige Wahl hängt immer von der Art der Ladung, ihrem Gewicht und den Transportbedingungen ab.

Vorschriften zur Verwendung von Antirutschmatten
Die Anforderungen an Antirutschmatten zur Ladungssicherung werden durch die Richtlinie VDI 2700 festgelegt. Demnach dürfen nur Matten verwendet werden, die höchste Anforderungen an Zugfestigkeit (min. 0,6 N/mm²), Bruchdehnung (min. 60 %) und Haftreibung erfüllen.
Das bedeutet, dass ausschließlich speziell für die Ladungssicherung entwickelte Matten geeignet sind – herkömmliche Bau- oder Gummimatten sind nicht zulässig.
Wichtig ist auch, dass Antirutschmatten allein nicht ausreichen, um die Ladung zu sichern. Sie sind Teil eines umfassenden Sicherungssystems, zu dem auch geeignete Zurrmittel und weitere Hilfsmittel gehören.
Antirutschmatten – ob als Rollenware oder zugeschnitten – können nicht nur auf der Ladefläche, sondern auch unter Gurten oder als Zwischenlage zwischen Gütern verwendet werden.

Wie lange können Antirutschmatten verwendet werden?
Antirutschmatten aus robustem Gummigranulat sind langlebig und wirtschaftlich.
Unabhängig von der Qualität gilt jedoch: Sie müssen bei ersten Verschleißerscheinungen ersetzt werden. Andernfalls erfüllen sie ihre Funktion nicht mehr zuverlässig, was das Unfallrisiko und die Wahrscheinlichkeit von Strafen erhöht.
Eindeutige Verschleißmerkmale sind:
- abgenutzte oder bröckelnde Oberfläche
- Verschmutzungen, die die Wirkung beeinträchtigen
- Risse oder fehlende Teile
- dauerhafte Verformung oder Kompression
- aufgequollene Bereiche
- Verlust der Elastizität
Beschädigte, verformte, abgenutzte, falsch dimensionierte oder zu dünne Matten dürfen keinesfalls verwendet werden. Sie stellen nicht nur ein Sicherheitsrisiko dar, sondern können auch zu erheblichen Bußgeldern bei Kontrollen führen.