Problemloser Transport: alles, was Sie über die richtige Verwendung von Spanngurten mit Ratsche wissen müssen!
Eine zentrale Voraussetzung für einen reibungslosen Transport ist die sichere Befestigung. Wir zeigen Ihnen, warum die Verwendung von Ladungssicherungsgurten unerlässlich ist und welcher Spanngurt mit Ratsche für verschiedene Situationen am besten geeignet ist.
Während des Transports ist einer der wichtigsten Faktoren die sichere Sicherung der Ladung. Ohne ordnungsgemäße Befestigung entstehen zahlreiche Risiken, da unzureichende Sicherung zu Schäden im Wert von Hunderttausenden oder sogar Millionen führen kann. Ganz zu schweigen davon, dass auch Bußgelder drohen.
Um dies zu vermeiden, benötigen Sie hochwertige Ladungssicherungsgurte. Doch der perfekte Spanngurt mit Ratsche allein schützt Ihre Ladung nicht. Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, müssen Sie verstehen, wie Ladungssicherungsgurte richtig verwendet werden und welcher Typ für verschiedene Arten von Ladung geeignet ist.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen, warum Spanngurte mit Ratsche im Transport unverzichtbar sind, wie Sie die richtige Lösung finden und wie Sie sie korrekt einsetzen, damit Ihre Ladung stets bestmöglich gesichert ist und unversehrt am Ziel ankommt!
Warum ist die Verwendung eines Spanngurts mit Ratsche wichtig?

Der Ladungssicherungsgurt – allgemein als Spanngurt mit Ratsche bekannt – ist ein mehrlagiges, hochfestes Befestigungsmittel aus synthetischem Gurtband, das erheblichen Belastungen standhält. Spanngurte können aus Polyester, Polyamid oder Polypropylen hergestellt werden, wobei jedes Material unterschiedliche Beständigkeit gegenüber verschiedenen chemischen Einflüssen bietet.
Polyestergurte bieten in der Regel eine gute Beständigkeit in Umgebungen, in denen sie sauren Stoffen ausgesetzt sein können, sind jedoch weniger geeignet bei Feuchtigkeit, da sie einen Teil ihrer Tragfähigkeit verlieren können. Dasselbe gilt für Polyamidgurte, deren Tragfähigkeit bei Nässe um 10–15 % sinken kann, obwohl sie sehr beständig gegenüber alkalischen Stoffen sind.
Daher ist in feuchten Umgebungen ein Polypropylen-Gurt die beste Wahl, auch wenn er beim Transport von Materialien mit sauren oder alkalischen Eigenschaften weniger empfohlen wird.
Blaues Etikett und schwarze Streifen: Was Sie über den Gurt wissen müssen

Auf den ersten Blick sehen alle Ladungssicherungsgurte gleich aus, doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich viele Unterschiede zwischen den verschiedenen Typen.
Spanngurte sind in unterschiedlichen Größen erhältlich, wobei die gängigsten Breiten 25, 35, 50 und 75 mm betragen. Wichtige Eigenschaften und technische Daten – wie Tragfähigkeit, Sicherungskapazität, Länge, Zertifizierungen und Herstellungsdatum – müssen auf dem blauen Etikett angegeben sein, das am Gurt befestigt ist. Diese Kennzeichnung ist gemäß EN12195-2 für alle Ladungssicherungsmittel aus PES (Polyester) vorgeschrieben.
Ein wesentlicher Unterschied ist die Tragfähigkeit. Neben dem blauen Etikett lässt sie sich auch an der Anzahl der parallelen schwarzen Nähte erkennen: 3 Streifen für 3 Tonnen, 5 Streifen für 5 Tonnen usw. Wichtig ist, dass ein 5-Tonnen-Spanngurt in der Praxis eine Vorspannkraft von 2,5 Tonnen pro Seite erzeugt.
Bei Straßenkontrollen gilt ein lockerer Gurt als schwerwiegender Mangel, daher ist es wichtig, die Spannung während des Transports regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf nachzuziehen. Als gefährlicher Mangel gilt es, wenn der Gurt kein Etikett hat oder dieses aufgrund von Beschädigungen unlesbar ist.
Obwohl Spanngurte kein offizielles Ablaufdatum haben, wird empfohlen, sie jährlich auszutauschen, um eine sichere Nutzung zu gewährleisten.
Wie viele Gurte sollten Sie verwenden?

Die Anzahl der zur Sicherung benötigten Gurte hängt von der jeweiligen Ladung ab. Es gibt keine universelle Regel, die in allen Fällen gilt. Sie müssen immer Folgendes berücksichtigen:
- die Art der Ladung,
- das Gewicht der Ladung,
- die Größe der Ladung,
- die verwendete(n) Sicherungsmethode(n),
- und die Tragfähigkeit der Anschlagpunkte.
Im Folgenden stellen wir eine Methode vor, die sich effektiv für die Niederzurrung anwenden lässt, unter Berücksichtigung der oben genannten Parameter.
Berechnung der Niederzurrung

Bei der Niederzurrung wird der Gurt über die Ladung geführt und an beiden Enden an den Anschlagpunkten des Fahrzeugs befestigt. Dadurch wird die Ladung auf die Ladefläche gepresst und ein Kippen, Verrutschen und Stoßen verhindert. Die erforderliche Anzahl an Gurten kann wie folgt berechnet werden.
Überprüfen Sie auf dem Etikett des Gurts die Zurrkraft, die neben der LC-Kennzeichnung angegeben ist. Der Wert wird in daN angegeben, wobei 1 daN = 1 kg entspricht. Das bedeutet, dass ein Gurt mit 5000 daN 5 Tonnen sichern kann. Hersteller geben LC-Werte sowohl für Niederzurrung als auch für Direktzurrung an, wobei der höhere Wert immer für die Niederzurrung gilt.
Um die benötigte Anzahl an Gurten zu berechnen, teilen Sie das Gewicht der Ladeeinheit durch den LC-Wert und runden Sie das Ergebnis immer auf. Ein Beispiel: 9 Tonnen geteilt durch 5 ergibt 1,8, was auf 2 Gurte aufgerundet werden muss.
Ein 40-Tonnen-LKW-Zug (Standard-Plattform oder Planenauflieger, 13,5 m Ladelänge) benötigt mindestens 20 Gurte (LC > 2000 daN, STF > 500 daN).
Es ist auch wichtig, die Tragfähigkeit der Anschlagpunkte zu berücksichtigen, die in den Fahrzeugunterlagen angegeben ist. Diese wird je nach Fahrzeuggewicht durch DIN EN / MSZ-Normen definiert. Für eine sichere Sicherung teilen Sie das Gewicht der Ladung durch das Doppelte der Tragfähigkeit der Anschlagpunkte und runden das Ergebnis auf.
Vergleichen Sie die Ergebnisse beider Berechnungen und wählen Sie immer den höheren Wert. Wenn das Ergebnis auf Basis des LC-Werts höher ist, verwenden Sie diese Anzahl an Gurten; ist das Ergebnis auf Basis der Anschlagpunkte höher, folgen Sie diesem.
Beachten Sie auch den STF-Wert, der die Standardvorspannkraft der Ratsche angibt. Dieser ist für die Niederzurrung relevant, da er zeigt, welche Kraft beim Spannen des Gurts wirkt. Je höher der STF-Wert, desto weniger Gurte werden benötigt.
Als Faustregel gilt: Verwenden Sie mindestens einen Gurt pro 4 Tonnen Ladung, auch wenn sich die Ladung nicht bewegen kann. Wenn zu viele Gurte erforderlich wären, können Sie deren Anzahl durch den Einsatz von Antirutschmaterialien (z. B. Gummimatten), reibungssteigernden Lösungen oder alternativen Sicherungsmethoden (z. B. Blockieren) reduzieren.
Antirutschmatten und Kantenschoner: warum sie unverzichtbar sind

Der Einsatz von Antirutschmatten ist äußerst wichtig. Ohne sie liegt der Reibungskoeffizient in der Regel bei etwa 0,3 μ, während er mit Antirutschmatten bis zu 0,6 μ erreichen kann. Das bedeutet, dass die erforderliche Vorspannkraft um die Hälfte reduziert werden kann.
Darüber hinaus sind Kantenschoner ebenfalls unerlässlich. Sie schützen die Gurte vor Beschädigungen durch scharfe Kanten und verhindern ein Reißen. Gleichzeitig schützen sie auch die Ladung vor Schäden.
Dies ist besonders wichtig beim Transport von Waren, die unter Druck leicht beschädigt werden können, wie z. B. Kartons.
Kantenschoner sorgen außerdem dafür, dass sich der Gurt auf beiden Seiten der Ladung korrekt bewegt, den Druck gleichmäßig verteilt und Schäden durch übermäßiges Spannen verhindert werden.
Was vor der Ladungssicherung zu prüfen ist

Überprüfen Sie vor dem Beladen stets, ob Fahrzeug und Sicherungsausrüstung in einwandfreiem Zustand sind. Stellen Sie sicher, dass die Ladefläche sauber ist, und kontrollieren Sie den Gurt auf Schäden, Verformungen, Korrosion, Schnitte oder Ausfransungen.
Überprüfen Sie außerdem, ob alle Nähte und das Etikett intakt sind. Verwenden Sie nur Ausrüstung mit einem gut lesbaren blauen Identifikationsetikett und korrekter Kennzeichnung der Tragfähigkeit.
Werden Mängel festgestellt, muss der Gurt sofort ersetzt werden, da die weitere Verwendung gefährlich ist und bei Kontrollen zu Strafen führen kann.
Richtige Verwendung von Spanngurten mit Ratsche

Wenn alles in Ordnung ist, können Sie mit der Sicherung der Ladung beginnen. Achten Sie stets darauf, dass die Ladung stabil ist. Die Methode hängt von der Art der Ladung ab.
Sie können kraftschlüssige Sicherung verwenden, bei der der Anpressdruck die Reibung erhöht, oder formschlüssige Sicherung, die eine geringe Bewegung abhängig von Elastizität und äußeren Kräften wie Beschleunigung, Bremsen und Querkräften zulässt.
Verwenden Sie keine unterschiedlichen Sicherungsmittel für dieselbe Ladung, da sie sich unter Spannung unterschiedlich verhalten.
Außerdem sollten Sie Gurte niemals verknoten oder zusammenbinden. Verwenden Sie ausschließlich standardisierte Verbindungselemente, um Sicherheit und Vorschriftsmäßigkeit zu gewährleisten.
Befestigen Sie die Enden des Gurts am Fahrgestell oder am Bodenrahmen, führen Sie den Gurt über die Ladung, ziehen Sie ihn durch die Ratsche und spannen Sie ihn durch Betätigen des Hebels. Ziehen Sie den Gurt stets nur von Hand an.
Sobald der Gurt ausreichend gespannt ist, nicht übermäßig nachspannen und die Ratsche in ihre Ausgangsposition zurückführen. Bei mehreren Gurten sollten die Ratschen abwechselnd ausgerichtet werden, um die Kraft gleichmäßig zu verteilen.
Achten Sie auf den Zurrwinkel. Unter 70° sinkt die Vorspannkraft auf etwa 45 %, daher sind steilere Winkel sicherer.
Vor dem Entladen lockern Sie die Gurte, sodass die Ladung frei steht. Stellen Sie sicher, dass sie auch ohne Sicherung stabil bleibt, bevor Sie die Gurte vollständig lösen.
Was tun, wenn der Laderaum nicht vollständig beladen ist?

Manchmal ist der Laderaum nur teilweise gefüllt. In solchen Fällen ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Die letzte Reihe sollte diagonal mit Gurten gesichert werden, um ein Zurückrutschen und Umkippen zu verhindern.
In allen Fällen muss die Ladung so gesichert sein, dass sie sich nicht bewegen, verrutschen, rollen, herunterfallen oder den Laderaum verlassen kann. Dies gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug teilweise oder vollständig beladen ist.
Seien Sie auf Kontrollen vorbereitet!

Kürzlich hat NAV 130 Kontrolleure für den Gütertransport ausgebildet, die für die Überprüfung der sicheren Transportbedingungen zuständig sind. Das bedeutet, dass vermehrte Straßenkontrollen zu erwarten sind.
Vernachlässigen Sie niemals die ordnungsgemäße Ladungssicherung oder die korrekte Verwendung der Gurte. Der Fahrer trägt die Hauptverantwortung für die Sicherung der Ladung, auch wenn diese von einer anderen Person durchgeführt wurde. Unwissenheit schützt nicht vor Strafen.
Investieren Sie stets Zeit in die Überprüfung Ihrer Ausrüstung und stellen Sie sicher, dass die Ladung streng gemäß den Vorschriften transportiert wird. So vermeiden Sie Unfälle, Bußgelder und andere kostspielige Folgen.
